Hans Jucker: Gericht verurteilte den SRF-Kommentator 1971 wegen Übergriffen

Hans Jucker
Hans Jucker galt als prägende Stimme des Schweizer Sports. Nun rückt eine belastende Episode aus seiner Vergangenheit in den Fokus: Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, wurde der frühere SRF-Reporter 1971 wegen sexueller Übergriffe verurteilt. Grundlage der Berichterstattung ist unter anderem ein Gerichtsurteil, das die Zeitung geprüft hat, sowie die Biografie «Ich bin ein Unfall» von Willi Fegble. Fegble schreibt in dem Buch, Jucker habe ihn in den 1970er-Jahren missbraucht, als er 15 Jahre alt gewesen sei. Laut dem geprüften Urteil wurde Jucker im Mai 1971 wegen 20 einzelner Vorfälle zu acht Monaten bedingter Haft verurteilt. Betroffen waren demnach Jungen unter 20 Jahren; in einem Fall sei das Opfer jünger als 16 gewesen. Der Artikel schildert, Jucker habe die Jugendlichen mit seinem Auto an abgelegene Orte oder in seine Wohnung gebracht und sie dort zu sexuellen Handlungen veranlasst. Jucker habe sich schuldig bekannt. Aus dem Urteil zitiert der «Tages-Anzeiger» eine Einschätzung der Richter, wonach der Angeklagte offenbar der Ansicht gewesen sei, bereits verletzliche Menschen könnten weiter ausgenutzt werden. Fegble sagt dem Bericht zufolge, Jucker habe seine Karriere beim Fernsehen fortsetzen können, während die Betroffenen bis heute unter den Folgen litten. Auch in Juckers Umfeld soll sein Verhalten bekannt gewesen sein. Das SRF erklärte in einer Medienmitteilung, erst vor wenigen Wochen von der Verurteilung erfahren zu haben. Die damaligen Taten hätten keinen Zusammenhang mit Juckers beruflicher Tätigkeit beim Sender. SRF-Direktor Roger Elsener verurteilte sexuelle Gewalt und erklärte, die Berichte erschütterten das Unternehmen. Sein Mitgefühl gelte den Betroffenen und ihren Angehörigen. Der Sender kündigte eine externe Aufarbeitung an. Dabei solle auch geprüft werden, wie SRF damals als Arbeitgeberin mit dem Fall umging. Erkenntnisse daraus wolle das Unternehmen nutzen, um bestehende Schutzmassnahmen zu überprüfen und nötigenfalls zu verstärken.
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