René Benko vor Gericht: Haselsteiner nennt den Millionen-Deal eine „Schweinerei“

Für René Benko steht in Innsbruck erneut ein Verfahren an, bei dem viel auf dem Spiel steht. Dem österreichischen Unternehmer werden schwerer Betrug und betrügerische Krida vorgeworfen. Im Fall einer Verurteilung könnten ihm laut Bericht bis zu zehn weitere Jahre Haft drohen. Benko weist die Vorwürfe zurück.
Im Mittelpunkt stehen fünf Millionen Euro, die mit der Familienstiftung seines früheren Weggefährten Hans Peter Haselsteiner verbunden sind. Die Stiftung kaufte 2022 Aktien der Signa Development. Der Kaufpreis sollte zunächst mit späteren Dividenden verrechnet werden. Dennoch überwies die Stiftung rund 3,3 Millionen Euro und verzichtete darauf, die übrigen 1,7 Millionen zurückzufordern. Im November 2023 gab Benko laut Bericht eine Garantie ab, wonach das Geld spätestens bis Ende Juni 2024 zurückgezahlt werden sollte.
Haselsteiner trat im Gerichtssaal als Hauptzeuge auf und fand deutliche Worte für die damaligen Geschäftsabläufe. Er bezeichnete Benkos Vorgehen als „Schweinerei“ und fragte: „Wo samma denn?“ Zugleich erklärte er, ohne Benkos Garantie hätte er kein frisches Geld investiert. Die Aussage rückt die persönliche und geschäftliche Beziehung der beiden früheren Weggefährten erneut ins Zentrum des Prozesses.
Auch Kerstin Gelbmann, die für die Haselsteiner-Stiftung aussagte, bestätigte nach dem Bericht die Darstellung des Investors. Demnach sei der Deal an die Erwartung einer Dividende geknüpft gewesen. Gelbmann sagte, Haselsteiner habe klar gemacht, dass kein Geld fließen solle. Als weiterer Zeuge wurde Christian Harder, ebenfalls Vorstandsmitglied der Stiftung, aufgerufen.
Der Prozess soll sich über zwei Tage erstrecken. Neben dem Streit um die Stiftung geht es laut Bericht auch um den Vorwurf, Benko habe bei seiner Insolvenz ein wertvolles Jagdgewehr verborgen. Das Verfahren steht im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch seines Signa-Imperiums. Benko war im Oktober aus der Untersuchungshaft entlassen worden und steht seither dem Bericht zufolge unter Hausarrest mit elektronischer Fußfessel. Eine frühere Verurteilung wegen vorsätzlicher Gläubigerschädigung brachte ihm bereits eine Haftstrafe von zweieinhalb Jahren ein.
Quelle ↗