Thomas Aeschi will in den Bundesrat: «Ich habe das nötige Rüstzeug»

Thomas Aeschi tritt erneut mit dem Ziel an, in den Bundesrat gewählt zu werden. Im Interview kündigt der SVP-Fraktionspräsident seine Kandidatur an und erklärt, weshalb er sich diesmal zur Verfügung stellt. Die Schweiz liege ihm sehr am Herzen, sagt er. Er wolle sich dafür einsetzen, dass das Land seine Eigenständigkeit und seine politischen Stärken bewahre.
Schon 2015 hatte Aeschi für einen Sitz in der Landesregierung kandidiert. Damals unterlag er Guy Parmelin. An den Wahltag erinnere er sich als intensive Erfahrung, erzählt der Zuger: Er sei vom Hotel zum Bundeshaus gegangen und durchaus nervös gewesen – allerdings im positiven Sinn. Nun versucht er es ein zweites Mal, diesmal im Rennen um Parmelins Nachfolge.
Sein Entscheid sei keine spontane Sache gewesen. Sich als Bundesrat zur Verfügung zu stellen, müsse man sorgfältig abwägen, erklärt Aeschi. Die SVP des Kantons Zug habe ihn am letzten Tag der Frist nominiert. Über diese Unterstützung freue er sich, zugleich habe er sich mehr Bedenkzeit nehmen wollen. Er habe den Schritt mit seiner Familie, Freunden, Fraktionsmitgliedern und Vertretern anderer Parteien besprochen, bevor er ihn öffentlich machte.
Auf die Frage, ob das späte Bekanntgeben Teil einer Parteistrategie gewesen sei, weist Aeschi diese Deutung zurück: Den Entscheid habe er selbst getroffen. Auch mit SVP-Übervater Christoph Blocher habe er vor der Ankündigung nicht gesprochen.
Inhaltlich setzt Aeschi nach eigener Aussage vor allem auf Innenpolitik. Für das Asyldossier fühle er sich bereit. Er verweist auf die Schuldenbremse, tiefere Steuern und höhere Löhne im Vergleich zu Nachbarländern und warnt davor, Entwicklungen aus Frankreich oder Italien auf die Schweiz zu übertragen. Zugleich betont er, dass gute Beziehungen wichtig seien, die Schweiz aber weiterhin selbst über ihren Weg entscheiden solle.
Als «Hardliner» möchte er sich nicht abstempeln lassen. Politik sei ein Prozess, in dem unterschiedliche Kräfte ihre Vorstellungen einbrächten und am Ende ein Ausgleich nötig sei, sagt Aeschi. Auch zum Kanti-Eklat nimmt er im Gespräch Stellung; der vorliegende Interviewausschnitt enthält dazu jedoch keine weiteren Einzelheiten.
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