Wilhelm Vorsager: Vom Versace-Laufsteg direkt in Austrias Startelf

Wilhelm Vorsager
Wilhelm Vorsager hat in wenigen Tagen einen Sprung geschafft, mit dem er selbst nicht gerechnet hatte: Erst stand der Innenverteidiger noch für die Young Violets in der 2. Liga auf dem Platz, kurz darauf gab er sein Pflichtspieldebüt für die Profis von Austria Wien. Beim ÖFB-Cup-Duell mit Hartberg stand der 29-Jährige sogar in der Startelf und spielte 114 Minuten, ehe ihn die Kräfte verließen. Die Austria verlor das Elfmeterschießen mit 3:5. Der Einsatz kam nach einem turbulenten Wechsel auf der Trainerbank. Nach der Trennung von Stephan Helm übernahm Maximilian Uhlig interimistisch und zog Vorsager zu den Profis hoch. Der Kapitän der Young Violets schilderte, Uhlig habe ihn am Samstag angerufen. Danach sei alles rasch gegangen. Mit einem Platz in der Startelf habe er selbst nicht gerechnet, sagte Vorsager nach der Partie. Umso zufriedener sei er, dass er seine Chance nach eigener Einschätzung einigermaßen genutzt habe. Abseits des Rasens hat Vorsager eine ungewöhnliche Station in seiner Laufbahn: Zu Beginn seiner Karriere bei der Admira versuchte er sich auch als Model. Unter dem Künstlernamen Sascha Wolf erhielt er laut dem Bericht Aufträge von Armani, Exchange und Givenchy. Sein größter Auftritt führte ihn nach Mailand, wo er für Versace über den Laufsteg ging. Damals vertrat ihn die Agentur Wiener Models. In einem Interview mit der „Presse“ sagte Vorsager im Jänner 2018, er wolle sehen, wie lange die Modelkarriere dauere. Zugleich dachte er daran, neben dem Fußball zu studieren und sich so für die Zukunft abzusichern. Der Weg führte schließlich weiter auf den Platz: Für die Admira kam er auf 88 Bundesliga- und 87 Zweitligaeinsätze. 2024 wechselte er nach Norwegen zu IK Start, danach kehrte er nach Österreich zurück und spielte zunächst für Stripfing, ehe er zur Austria kam. Nun steht Vorsager nach seinem überraschenden Debüt besonders im Blickpunkt, auch mit Blick auf das anstehende Derby gegen Rapid. Ob er erneut in der Defensive der Veilchen zum Zug kommt, bleibt offen. Sein schneller Aufstieg vom Nachwuchskapitän zum Starter hat jedenfalls gezeigt, wie rasch sich im Fußball die Rolle eines Spielers ändern kann.
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